19.05.2012, 13:37  
 

Artikel veröffentlichen

Expertenartikel
Finanzen & Versicherungen Informationen
Startseite > Finanzen & Versicherungen

Tagesgeldzinsen


von Hanns Kronenberg

Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos ist in der Regel deutlich höher als die eines Sparbuchs und bietet hohe Sicherheit. Ein Vergleich der Tagesgeldzinsen bei verschiedenen Banken lohnt sich immer. Worauf Sie bei der Eröffnung von einem Tagesgeldkonto achten sollten und was Sie beim Thema Tagesgeldzinsen berücksichtigen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Tagesgeldzinsen - Einführung

Die Tagesgeldzinsen eines Tagesgeldkontos sind an den Tag gebunden. Dabei bestehen keine festen Laufzeiten wie beim Festgeld, sondern über das Tagesgeld kann täglich verfügt werden. In der Praxis sind Banken jedoch darauf bedacht, die Zinskonditionen möglichst langfristig konstant zu halten. Da Tagesgeldkonten keiner Kündigungsfrist unterliegen, wäre es für den Kunden ein Leichtes, sein Guthaben im Falle einer Zinssenkung auf ein anderes Tagesgeldkonto bei einem anderen Institut zu überweisen. In der Praxis gilt der Grundsatz "langfristig gebundendes Kapital wird höher verzinst als kurzfristig gebundenes Kapital" nicht mehr. Tagesgeldzinsen sind in der Regel deutlich höher als beispielsweise die Zinsen eines Sparbuchs. Banken sparen bei Tagesgeldkonten oftmals Verwaltungskosten und geben den Kostenvorteil durch bessere Zinskonditionen an die Kunden weiter. Ursache hierfür ist, dass viele Tagesgeldkonten ausschließlich als Online-Konto angeboten werden. Eine kostenintensive Kontoführung per Brief, Telefon oder gar Filialbesuch wird oftmals ausgeschlossen. Zumdem versuchen Banken mit attraktiven Tagesgeldzinsen neue Kunden zu gewinnen und diesen später andere rentable Bankprodukte zu verkaufen. Es spricht nichts dagengen diese "Marketinggeschenke" der Banken anzunehmen und sich attraktive Tagesgelzinsen zu sichern.

Tagesgeldzinsen - Vergleich Konditionen

Die Konditionen für Tagesgeldzinsen können sich von Bank zu Bank deutlich unterscheiden. Ein Vergleich lohnt sich daher immer. Vergleich Sie die aktuellen Angebote verschiedener Banken und auch in verschiedenen Ländern. Teilweise sind die Zinssätze im Ausland höher, aber Sie sollten immer darauf achten, ob dort auch Ihre gesamten Einlagen gesichert sind. Daher sollten Sie nicht nur die Tagesgeldzinsen vergleichen, sondern auch andere Leistungen berücksichtigen, wie beispielsweise die tatsächliche Verfügbarkeit des Tagesgeldes und die Sicherheit der Einalgen.

Tagesgeld - Verfügbarkeit

Auf der einen Seite möchten Sie attraktive Tagesgeldzinsen kassieren, aber gleichzeitig sollte das Geld auch schnell verfügbar sein. Über das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto kann täglich verfügt werden. Verfügt werden kann über das Guthaben in de meisten Fällen nur durch Überweisung auf ein vorher definiertes Verrechnungskonto, z.B. Ihr Girokonto. Das bedeutet, dass in der Regel Banklaufzeiten zwischen 1 bis 3 Tagen zu berücksichtigen sind, bis das Guthaben auf dem Girokonto vorhanden ist. Erst dann kann tatsächlich durch Barabhebung oder Überweisung auf ein Fremdkonto über das Guthaben verfügt werden. Vereinzelt sind auch Angebote von Banken anzutreffen, die ein Tagesgeldkonto auch mit einer Bankkarte ausstatten. Bei diesen Tagesgeldkonten kann dann über das Guthaben an einem Geldautomaten verfügt werden. Eine Bezahl-Funktion wie bei einer EC-Karte ist aber auch hier in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Tagesgeldzinsen - Zinsänderung

Die Konditionen für Tagesgeldzinsen können seitens der Bank täglich geändert werden. Eine Garantie für einen längeren Zeitraum gibt es in der regel nicht. Teilweise versprechen Banken jedoch Neukunden stabilen Tagesgeldzinsen für eine gewissen Zeitraum von 3-12 Monaten. Nach Ablauf der Garantiezusage wird das Guthaben zu dem dann üblichen Zinssatz verzinst.

Tagesgeldzinsen und Tagesgeldkonto - Sicherheit

Die Geldanlage in Tagesgeld ist eine der sichersten Analgeformen. Guthaben auf Tagesgeldkonten unterliegen grundsätzlich der Einlagensicherung. In der EU beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherungsgrenze 90 % der Einlagensumme, maximal jedoch 20.000 EUR. Viele Länder in der EU übertreffen diese gesetzliche Anforderung: Italien garantiert bis zu 103.000 EUR, Dänemark 40.000 EUR, Deutschland dagegen erfüllt lediglich die europäische Mindestvorgabe. Diese europäische Mindestregelung soll an 2 Fällen erklärt werden:

Beispiel 1:

angelegte Summe: 60.000 EUR

90% hiervon: 54.000 EUR

Begrenzung auf 20.000 EUR : Im Falle einer Bankenpleite erhält der Anleger von seinen ursprünglich angelegten 60.000 EUR nur 20.000 EUR wieder.


Beispiel 2:

angelegte Summe: 20.000 EUR

90 % hiervon: 18.000 EUR

18.000 EUR überschreitet nicht 20.000 EUR: Im Falle einer Bankenpleite erhält der Anleger von seinen ursprünglich angelegten 20.000 EUR nur 18.000 EUR wieder.

Land Einlagensicherungsgrenze
Belgien 20.000,- Euro
Dänemark 40.000,- Euro
Deutschland 20.000,- Euro
Finnland 25.000,- Euro
Frankreich
70.000,- Euro
Griechenland 20.000,- Euro
Grossbritanien 22.222,- Euro
Irland 20.000,- Euro
Italien 103.000,- Euro
Luxemburg 20.000,- Euro
Niederlande
20.000,- Euro
Östereich 20.000,- Euro
Portugal 25.000,- Euro
Schweden 25.000,- Euro
Spanien 20.000,- Euro



Diese Beispiele zeigen, dass der europäische Mindestschutz für den Anleger nicht befriedigend ist. In der Bundesrepublik Deutschland existiert daher ein freiwilliger Einlagensicherungsfonds, dem die meisten in Deutschland ansässigen Banken angeschlossen sind. Durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den privaten Banken bis zur Höhe von 30% des massgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert. Für fast alle Einleger bedeutet dieses Einlagensicherungskonzept praktisch die volle Sicherung sämtlicher Guthaben bei den privaten Banken. Selbst bei kleinen Banken mit einem Eigenkapital von 5 Mio. EUR werden bereits Beträge bis zu 1,5 Mio. EUR pro Einleger voll geschützt. In der Regel ist der gesicherte Betrag jedoch erheblich höher. Auf Anfrage gibt der Bundesverband deutscher Banken allen Interessierten die jeweils aktuelle Sicherungsgrenze einer Mitgliedsbank bekannt. Somit besteht in Deutschland bei einer Geldanlage in Tagesgeld weder ein Risiko aufgrund von Kursverlusten wie bei Aktien und Fonds, noch aufgrund von Wertverlusten wie bei Immobilienfonds und praktisch auch kein Ausfallrisiko durch einen Konkurs der kontoführenden Bank. Erkundigen Sie sich aber sicherheitshalber, ob Ihre bevorzugte Bank auch dem freiwilligen Einlagesicherungsfond angeschlossen ist.

Tagesgeldzinsen und Tagesgeldkonten - Kündigungsfristen

Per Definition existieren Kündigungsfristen bei Tagesgeldkonten nicht. In manchen Fällen benutzen Banken den Begriff "Tagesgeld" jedoch in Verbindung mit Produkten, die eigentlich gar keine Tagesgeldkonten sind, sondern vielmehr moderne Sparbücher darstellen. Vor allem Direktbanken bieten Sparbücher an, die ähnlich wie Tagesgeldkonten hohe Tagesgeldzinsenn bieten und über deren Guthaben in einem definierten Rahmen täglich verfügt werden kann. Wird über den definierten Rahmen hinaus verfügt, ist dies in der Regel 3 Monate vor Verfügung dem Institut mitzuteilen.

Autorenprofil - Experte Hanns Kronenberg:

0
Test 1

Seitenanfang

 
Expertenartikel | Impressum | Policies | Contact | Feedback